Strichrichtung und Licht vereinheitlichen
Legen Sie Freigabemuster und Serienprobe mit gleicher Warenseite und Strichrichtung nebeneinander. Vergleichen Sie unter den vereinbarten Lichtarten. Aufgerauhte Stoffe können gedreht dunkler wirken; der automatische Weißabgleich eines Telefons kann Unterschiede verbergen. Prüfen Sie dies vor einer Änderung der Färberezeptur.
Metamerie gezielt untersuchen
Passen zwei Proben unter einer Lichtart und weichen unter einer anderen ab, kann Metamerie vorliegen. Unterschiede unter allen Lichtarten erfordern zusätzlich die Prüfung von Mischung, Färbung und Ausrüstung. Wählen Sie D65 und relevante Verkaufsbeleuchtung und dokumentieren Sie die Bedingungen. Ein Bildschirm oder die Bezeichnung “Anthrazit” ersetzt kein physisches Farbmuster.
Die gesamte Rolle abbilden
Prüfen Sie links, mittig und rechts innerhalb der nutzbaren Breite sowie definierte Längspositionen. Vergleichen Sie anschließend Rollen und Chargen. Bei Melange zählen auch die Mischung zurückgewonnener Fasern und sichtbare Farbpartikel. Ein ähnlicher instrumenteller Mittelwert kann ein abweichendes sichtbares Mischbild verdecken.
ΔE mit den Einstellungen vereinbaren
Legen Sie Formel, Lichtart, Beobachter, Messgeometrie, Probenlagen, Orientierung und Messpunkte fest. Ein isolierter ΔE-Wert bildet keine reproduzierbare Spezifikation; ein Grenzwert passt nicht zu jeder Wolloberfläche. Verbinden Sie Messung und visuelle Bewertung am versiegelten Muster. Benennen Sie den Verantwortlichen für die endgültige Entscheidung.
Farbgruppen vor dem Zuschnitt trennen
Beispiel: Zwei Rollen passen bei Tageslicht, unterscheiden sich jedoch unter Laden-LEDs. Isolieren Sie die Rollen und wiederholen Sie den Vergleich, bevor Teile eines Kleidungsstücks daraus gemischt werden. Ordnen Sie Rollen nach Farbgruppen und dokumentieren Sie Abweichungsfreigaben schriftlich. Auch ein Nachauftrag mit gleichem Artikel und Rezept benötigt einen neuen Chargenvergleich.
Vor der Serienfreigabe
- Artikel, Farbe, Rolle und Charge jeder Probe kennzeichnen.
- Prüfmethode, Bedingungen, Grenzwert und Freigabeverantwortlichen festlegen.
- Nach der Korrektur Aussehen, Griff und vorgesehene Pflege prüfen.
- Fehlerprobe und Freigabemuster bis zur Klärung aufbewahren.